Kunst am Bau

JVA Zweibrücken
Wer sich bewegt, sieht etwas anderes
(Perspektivenwechsel)

Dieser Entwurf für die künstlerische Ausgestaltung der Fassade des neuen Küchen- und Werkstättengebäudes auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt (JVA) Zweibrücken wurde mit den Gefangenen und Beschäftigten in einem mehrstufigen Verfahren entwickelt und ausgewählt.

endergebnisvar-3-2015finalonu

Der Vorschlag setzt sich konzeptuell mit der ästhetischen Umsetzung und Visualisierung einer demokratischen Idee auseinander: der positiven Gestaltung der Umgebung durch persönlichen Einsatz, Eigenverantwortung und Mitbestimmung innerhalb bestimmter Gegebenheiten.

fassade_3-fach

Ufo, Minze und Marguerite | 2006 | JVA Diez

Freihof JVA

Material: drei Ensembles aus jeweils einem Tisch mit zwei Bänken aus Edelstahl und farbigem Glas, den Grundfarben rot – gelb – blau zugeordnet, mit digitalen Collagen in den Tischen, einer Wandzeichnung (der Platz als UFO) und Bepflanzung mit Minze. Konzept: Das mehrteilige Konzept zum Wettbewerb geht von der Besonderheit des Ortes aus und baut auf der aktiven Mitwirkung der Inhaftierten an der Gestaltung auf. Überlegungen zu den Gründen und veränderlichen Bewertungen des DA-Seins (in der JVA) sollten Thema sein; außerdem sollte dem Wunsch der Gefangenen, den Hof ästhetisch aufzuwerten, Rechnung getragen werden. Ausgangspunkt für die künstlerische Arbeit in diesem reinen Männergefängnis ist Marguerite Duras’ Roman „Die englische Geliebte“; er handelt von einem Mord an der taubstummen Cousine einer Täterin; es geht sowohl um unterschiedliche Bewertungen der Vorkommnisse als auch um die Entstehung von Literatur. Der Roman liegt in der Bibliothek und kann ausgeliehen werden.

Cony Theis, UFO, MInze und Marguerite, JVA Diez, 2006

UFO, MInze und Marguerite, rotes Ensemble

www.kunstundbau.rlp.de